Rechtschreibreform

Aus Sprachpflege.info

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Rechtschreibreform von 1996 mit ihren Nachbesserungen von 2004 und 2006 führte an den Schulen im deutschen Sprachraum eine neue Rechtschreibung ein, die im Gegensatz zu den bisherigen Schreibweisen steht. Aufgrund handwerklicher Mängel kam es zu jahrelangen Protesten und Nachbesserungen, die bis heute andauern. Der weitere Rückbau der Reform liegt derzeit in den Händen des von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Rats für deutsche Rechtschreibung, dessen Arbeit maßgeblich von den beiden Wörterbuchverlagen Langenscheidt-Duden und Bertelsmann-Wahrig bestimmt wird. Diese legen die Reformlegen unterschiedlich aus.

Die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) erarbeitete unterdessen eine Handreichung, wie man trotz der Reformregeln einigermaßen vernünftig schreiben kann.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Zitate

  • „In den Jahren 1996 bis 2006 wurden auf dem Amtsweg zweihundert Jahre differenzierender Orthographieentwicklung in wesentlichen Bereichen für ungültig erklärt und die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung zerstört.“[1] Reiner Kunze, Dichter
  • „Die Kultusminister wissen längst, dass die Reform falsch war … Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“[2] Johanna Wanka, ehemalige Präsidentin der Kultusministerkonferenz

[bearbeiten] Kritische Literatur zur Rechtschreibreform von 1996/2004/2006

  • Hanno Birken-Bertsch, Reinhard Markner: Rechtschreibreform und Nationalsozialismus. Ein Kapitel aus der politischen Geschichte der deutschen Sprache, Wallstein-Verlag, Göttingen 2000, ISBN 3-89244-450-1.
  • Wolfgang Illauer: Die neue Rechtschreibung in der Schule und in der Zeitung. Widerlegung der Argumente der Kultusminister und Reformer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 231 vom 5. Oktober 2000, S. 10; Wiederabdruck in Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung, Frankfurt am Main, Oktober 2000, Seite 95–101.
  • Helmut Jochems, Theodor Ickler: Die Rechtschreibreform. Ein Schildbürgerstreich. In: Pädagogische Rundschau, Heft 6/1997, Seite 764-766.
  • Hans Krieger: Wachstumslogik und Regulierungswahn. In: Hans-Werner Eroms; Horst Haider Munske (Hrsg): Die Rechtschreibreform. Pro und Kontra, Erich Schmidt Verlag, Berlin 1997, Seite 117-126.
  • Hans Krieger: Der Rechtschreib-Schwindel. Zwischenrufe zu einem absurden Reformtheater, 2. erweiterte Auflage, mit neuen Texten zur aktuellen Entwicklung. Leibniz-Verlag, St. Goar 2000, ISBN 3-931155-11-0 (Aufsatzsammlung des Feuilletonchefs der Bayerischen Staatszeitung).
  • Reiner Kunze: Die Aura der Wörter. Denkschrift, Radius-Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-87173-243-5.
  • Reiner Kunze: Die Aura der Wörter. Denkschrift zur Rechtschreibreform. Neuausgabe mit Zwischenbilanz, Radius-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-87173-303-2.
  • Reiner Kunze, Herbert Rosendorfer, Albert von Schirnding, Hans Krieger, Peter Horst Neumann, Wolfgang Illauer: Deutsch. Eine Sprache wird beschädigt. Hrsg. von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS). Oreos-Verlag, Waakirchen 2003, ISBN 3-923657-74-9.
  • Stephanus Peil: Die Wörterliste. Leibniz-Verlag, St. Goar 1997, ISBN 3-931155-07-2.
  • Stephanus Peil: Die Wörterliste: ein Vergleich bisheriger und geplanter Schreibweisen, 10. Auflage, Selbstverlag, Westerburg 1998.
    • Werner H. Veith: Stephanus Peil: Die Wörterliste. Änderungen der Rechtschreibung. Ein Vergleich ausgewählter Beispiele aus dem Duden in Gegenüberstellung zur bisherigen, immer noch gültigen Rechtschreibung (Rezension). In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 67, 2000, Seite 366-368.
  • Stephanus Peil: Presse-Orthographie nach der Umstellung auf die Neuregelung ab 1.8.1999. 2. Auflage, Leibniz-Verlag, St. Goar 2000.
  • Dieter Stein (Hrsg.): Rettet die deutsche Sprache. Beiträge, Interviews und Materialien zum Kampf gegen Rechtschreibreform und Anglizismen, Edition JF – Dokumentation 9, Berlin 2004, ISBN 3-929886-21-9 (mit Beiträgen u.a. von Theodor Ickler, Walter Krämer, Christian Meier, Thomas Paulwitz, Karin Pfeiffer-Stolz, Manfred Riebe).

[bearbeiten] Netzverweise

[bearbeiten] Nachweis

  1. Reiner Kunze: lindennacht. Gedichte, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007, Seite 57.
  2. Der Spiegel, 2. Januar 2006.
Persönliche Werkzeuge